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Corpus Consuetudium Monaticarum

Herausgegeben von Prof. DDr. Kassius Hallinger OSB (Rom)

Aus den Forschungsergebnissen monastischer Reformgeschichte des Mittelalters erkannte Proff. DDr. Kassius Hallinger (Rom) die grundlegende Geltung der Aussagewerte klösterlicher Brauchtexte für verschiedene wissenschaftliche Fachbereiche. Um diese Erkenntnis beweisend aufzubauen, initiierte er ein Unternehmen zur kritischen Edition monastischer Brauchtexte (8 – 15 Jahrhundert), das zugleich einen wesentlichen Beitrag zur Grundlagenforschung der Geschichtswissenschaft darstellt. Prof. Hallinger war nicht nur Initiator, er wurde auch Leiter des von ihm in den fünfziger Jahren gegründeten Unternehmens. Die Consuetudines monastica sind inzwischen als eigene Quellgattung der Mediävistik international anerkannt worden. Der Titel Corpus Consuetudium Monasticarum ist gleichzeitig im Fachbereich der Geschichtsforschung und darüber hinaus zu einem Terminus technicus geworden. Die Beurteilung der Fachgutachter veranlasste die deutsche Forschungsgemeinschaft, dieses Unternehmen, wegen der fundamentalen Bedeutung innerhalb der Grundlagenforschung langfristig zu finanzieren.
Prof. Hallinger konzipierte eine einheitliche, moderne, kritische Edition der klösterlichen Brauchtexte. Seit 1963 sind vierzehn stattliche Bände erschienen, die seine damalige Erkenntnis beweisen, dass die Aussagen der Consuetudines bei weitem den Sachbereich des Monastischen übersteigen. Die Aussageerkenntnis war, daß die Consuetudines begrifflich und faktisch neben der Regula stehen, sie ergänzen und interpretieren, gelegentlich ändern und letztlich absichern. Consuetudines sind , textus ab auctoritate      promanantes quibus monarchorum vita ordinator quique post regularum aevum scripti sunt´(Hallinger). Als das Mönchtum in Antlitz des werdenden Abendlandes zum benediktinischen Selbstbewusstsein erwachte, hatte sich neben dem Sieg der Benediktsregeln gleichzeitig die Entstehung der Consuetudines vollzogen.
Die Consuetudines gelten nicht nur als „Directoire de la vie liturgique“, wie Urmser Berliére zunächst meinte. Sie liefern bereits für das 8. Jahrhundert wichtige verwaltungs – und wirtschaftsgeschichtliche sowie sozial – und rechtsgeschichtliche  Informationen. Für die Rechtsgeschichte steuern die Consuetudines besonders reichhaltiges Quellenmaterial bei, wie Konsens, Designation, Wahl, Investitur, Ämterhierarchie, Verwaltungsrecht, Gerichtsrecht. Gleiches gilt für die Theaterwissenschaft; Helmut de Boor hätte sein berühmtes Werk über die lateinischen Osterferien nie mit der von ihm erreichten Vollendung schreiben können., hätte er nicht die Consuetudines dazu ausgeschöpft. Die abendländische Musikgeschichte steht und fällt mit den Consuetudines, die als relevante und ergiebige Quellen für die Entwicklung der geistlichern und weltlichen Musik zu werten sind. Die kritische Bereitung der Editionstexte war ohne sprachgeschichtliche Vorstudien nicht möglich. Es mußte unterschieden werden zwischen Irrtum und echter Sprachtatsache des Mittellateins, Einflüsse der Landes – und Umgangssprache waren zu orten, Sedimente der keltischen, angelsächsischen, deutschen, französischen und italienischen Sprache konnten festgestellt werden.   Die besondere Bedeutung der Consuetudines für die sprachgeschichtliche Forschung und speziell für die mittelalterliche Philologie leuchtete damit ein.  Wer soziale Schichtungen mittelalterlicher Konvente untersuchen will, ist auf Brauchtexte angewiesen, insbesondere der Interessent adelsgeschichtlicher Forschungen. Kulturgeschichtliche Themen, z.B. Ordensleben und Lebensstandard, wären ohne Auswertung der Consuetudines vielfach unvollständig oder zumindest einseitig. Die Lösung bestimmter Einzelfragen, wie das Problem byzantinischer Ausstrahlung im Westen, das Verhältnis von „literatus“ zu „illiteratus“ , die Ketzer im Raum von Orlèans, die Schenkung der Krone und des Kaiserschatzes durch Heinrich II. an Kluny, ist oft nur mit Rekurs zu den Consuetudines erreichbar. – Die genannten Beispiele zeigen ausreichend, welcher Informationswert den Cunsuetudines monastica zukommt. Die besondere Bedeutung der Corpus Consuetudium liegt in vielfachen Forschungseinrichtungen der editierten Texte. Die einzelnen Editionsbände entsprechen den Anforderungen der modernen Geschichtswissenschaft und Textkritik und sind deshalb zu unentbehrlichen Requisiten aller wichtigen Bibliotheken geworden. Neben dem Informationswert sollen hier die Richtlinien skizziert werden, nach denen die Editionsbände bereitet worden sind. Die Texte der einzelnen Bände sind kritisch dargeboten. Textkritischer und Sachapparat geben einschlägige Auskunft. Vermerke des Foliowechsels, der Siglen und Textumstellungen setzen den Benutzer in die Lage die editorischen Situation mit der originalen Textabfolge zu konfrontieren. Paralleltexte werden kolumnar angeordnet. Die Benutzbarkeit wird erleichtert durch dispositive Übersichten und textimmanente Sinnzahlenabschnitte. Die Textzeilen sind freigehalten von hochgestellten Zahlen und Buchstaben. Sinnzahlen, Zeilenzählung und Foliowechsel stehen grundsätzlich an den Rändern. Die erforderliche Information über benutzte Textzeugen, Handschriften, bisherige Editionen, Textvergleiche, Redaktionen, Entstehung, Quellen, Wirkungsgeschichte und Eigenheiten des  Textes wird jeweils in der Einführung gegeben. Ein liturgisches (z.B. Offiziumsordnung, Psalmreihen, Sanktorale, Lektionsordnung, Antiphonen, Hymnen u.s.w.) und sachliches, (z.B. zitierte Autoren, Namen, Sachen) Listenkorpus, das den Sachapparat entlastet und den Inhalt aufschlüsselt, bildet anschließend eine erstrangige Hilfe für den Benutzer.
Vor den ursprünglich geplanten 25 Bänden stehen zur Zeit nur vierzehn Bände zur Verfügung. Band 7 umfasst vier und die Bände 11 und 12 je zwei Teilbände. Die Erscheinungsweise der Bände ist chronologisch ausgerichtet. Ausschlaggebend für die Reihenfolge war die Fertigstellung der druckreifen Texte. Die einzelnen Bände werden hier kurz vorgestellt.



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Decreta Lanfranci monachis Cantuariensibus transmissa.

€124.00 (inkl. 7 % MwSt.)
DAVID KNOWLES,MARIE P. DICKSON 
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Initia consuetudinis benedictinae...

€132.50 (inkl. 7 % MwSt.)
KASSIUS HALLINGER, OSB 
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The customary of the Benedictine Abbey of Eynsham in Oxfordshire

€44.00 (inkl. 7 % MwSt.)
A. GRANSDEN 
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